Du willst eine Zweitkamera kaufen?

Ich verrate dir mein Rezept zum Zweitkamera Kauf und worauf du wert legen solltest.

Ok. Ich habe es getan. Nach einer Odyssee an Zweifeln und Überlegungen habe ich mir nun die Fujifilm X-T10 bestellt. Warum es so lange gedauert hat und warum jetzt doch, erfährst du in diesem Artikel.

Man liest ja viel darüber, welche Gründe es hat sich einen zweiten Kamera-Body für den Fotorucksack anzuschaffen oder komplett auf eine Kompaktkamera als Zweitkamera zu setzen: Weniger Objektivwechsel (gerade am Meer oder bei schlechtem Wetter ein wichtiger Faktor); Eine Kompakte für die schnellen Erinnerungen oder Momente wo eine große Systemkamera oder DSLR einfach fehl am Platz ist oder wo eine teure Kamera einfach zu unsicher ist. Strand, öffentliche Plätze und Veranstaltungen die man mit der Familie oder Kindern besucht; Backup zur großen Kamera etc..

Systemkamera als Zweitkamera, aber welche?

Ich habe vor meinem Kauf einige elementare Dinge notiert, um eine Entscheidung treffen zu können, die auch „vor dem Familienrat“ Hand und Fuß hat. Damit du es vielleicht ein wenig leichter hast, möchte ich dich gerne an diesen Notizen teilhaben lassen.

Diese Erwartungen hatte ich an meine Wunsch-Zweitkamera

  • Hohe Bildqualität inkl. RAW-Datei-Unterstützung
  • Klein genug um in eine Jackentasche zu passen (Hosentasche ist bei mir eh durch Smartphone und Portmonee belegt)
  • Wifi für eine schnelle Übertragung auf mein Smartphone
  • Mehr Brennweite als mein Smartphone im Weitwinkelbereich (ich fotografiere gerne Landschaften)
  • Kein Wechselobjektiv, jedoch mindestens eine Offenblende von f1.8 da ich auch gerne Portraits mache und auf ein schönes Bokeh nicht verzichten mag. Außerdem möchte ich keinen zweiten Zubehör-Zoo aufmachen, da mein Zubehör für die Fujifilm X-T1 schon einen oft diskutierten Platz im Schrank einnimmt
  • Im Zoombereich genügen mir maximal 100mm Brennweite
  • Ordentlicher Objektivdeckel der KOMPLETT das Objektivglas abdeckt und auch vor Staub und Sand schützt (zumindest halbwegs). Viele Kompakte schließen vorne nicht dicht ab oder lassen sich ziemlich leicht öffnen

Gesucht: Kompaktkamera mit hoher Bildqualiät & RAW Unterstützung

Leichter gesagt als getan. Hier gibt es eigentlich nur 2-3 Hersteller die für mich in Frage kommen. Canon mit ihren Kompaktkameras PowerShot G7 X bzw. PowerShot S210. Olympus mit der SH-2 und Stylus 1S. Sony mit der DSC-RX100 M3 bzw. Mark 4 und eben Fujifilm mit der X-T10 — die jedoch eigentlich nicht mehr als Kompaktkamera durchgehen kann, da sie A) zu groß dafür ist und B) kein eingebautes Objektiv besitzt. Halt eine klassische Systemkamera – die durchaus auch als Zweitkamera neben einer DSLR genutzt werden kann.

Alle diese Kameras können von sich jedoch behaupten eine wirklich gute und für meine oben genannten Anforderungen ausreichende Bildqualität zu haben und am Ende beinahe nur noch das Budget eine entscheidende Rolle spielt.

Zweitkamera für die Hosentasche bzw. Jacke

Schnell hat sich bei mir herauskristallisiert, dass ich mich entweder für die ultrakompakte Sony DSC-RX100 M3 oder die Fujifilm X-T10 entscheiden werde. Warum nun diese beiden? Sony hat hier einfach zu viele gute Bewertungen und auch ein Test bei einer geliehen RX100 Mark 2 hat bei mir einen wirklich sehr guten Eindruck hinterlassen. Einzig die kleinen Tasten und das sehr dicht am Gehäuse befindliche Zoom bzw. Fokus-Drehrad haben bei mir für Bauchschmerzen gesorgt. Über die Bildqualität gibt es wirklich nichts zu meckern. So viel gute Technik in einem so kompakten Kameragehäuse. Hut ab!

Hinweis zu meiner Entscheidung: Ich habe nichts gegen Canon oder Olympus. Aber wenn man die Wahl hat und in der optischen Bildqualität keine Abstriche macht, entscheidet man sich halt für die kleineren Varianten von Sony.

Nun war da aber noch die Fujifilm X-T10. Mit ihrem zwar deutlich größerem Gehäuse welches weit weg von Kompaktkamera und Hosentasche ist, hat sie jedoch einen Vorteil der bei mir persönlich am Ende für die Entscheidung sorgte:

Kein neues Zubehör. Akkus, Ladegerät, Filterhalter etc. funktionieren auch von meiner X-T1.
Keine Begrenzung durch fehlende Brennweiten im Weitwinkel und Tele-Bereich, da ich alle Objektive von meiner X-T1 benutzen kann.
Kein neues Menü welches ich erst verinnerlichen muss.
Keine neue Literatur für optimale Kamera-Einstellungen und Co..

Ich brauche einfach nur den Kamera-Body und das wars. Ich kann mich einfach auf meine Erfahrung mit Fujifilm verlassen und bekomme eine neue Zweitkamera die sich anfühlt, als wäre sie schon immer da.

Für mich ist es definitiv die beste Kombo. Auch wenn ich Abstriche an meine Wunsch-Zweitkamera machen muss, so habe ich den für mich besten Kompromiss gefunden. Ich denke eh das es bei einer Zweitkamera lediglich auf einen Kompromiss hinausläuft, da jeder von uns enorm hohe Anforderungen an eine solche Kamera stellt. Wahrscheinlich sogar höhere, als an unseren „normalen Kameras” für die wirklich wichtigen und ausgewählten Bilder.

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